Trump verklagt „New York Times“ auf 15 Milliarden Dollar. Von Michael Hesse
US-Präsident Donald Trump hat die nächste Runde in seinem Kampf gegen die Pressefreiheit eingeleitet. Mit einer Klage über 15 Milliarden Dollar will er die liberale Tageszeitung „New York Times“ treffen. Die traditionsreiche Zeitung sei, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, „zum Sprachrohr der radikalen linken Demokratischen Partei“ geworden.
In Florida will er die Klage einreichen, wegen angeblicher Lügen über ihn, seine Familie und seine Unternehmen. Trump hatte bereits in der vergangenen Woche gedroht, die „New York Times“ wegen ihrer Berichterstattung über seine mutmaßlichen Verbindungen zum Sexualverbrecher Epstein zu verklagen. Von der Zeitung gibt es bislang noch keine Stellungnahme.
Trump kritisierte er die Times auch dafür, im Präsidentschaftswahlkampf seine demokratische Rivalin Kamala Harris unterstützt zu haben, was er als den „größten illegalen Wahlkampfbeitrag aller Zeiten“ bezeichnete. Er erklärte, dass die „New York Times“ viel zu lange habe ungehindert lügen, verleumden und ihn diffamieren dürfen – damit sei jetzt Schluss.
Es ist nicht der erste Angriff dieser Art. Bereits zuvor hatte Trump Medien verklagt oder ausgeschlossen, etwa die Nachrichtenagentur AP, die sich weigerte, seine Umbenennung des Golfs von Mexiko in „Golf von Amerika“ zu übernehmen. Kritiker sehen darin eine Strategie, unliebsame Berichterstattung einzuschüchtern und die Pressefreiheit auszuhöhlen.
Zuletzt hatte sich der CBS-Mutterkonzern mit Trump auf einen Vergleich geeinigt. Der Medienkonzern Paramount zahlt 16 Millionen Dollar, um einen Rechtsstreit mit dem US-Präsidenten zu beenden. Das wurde als Einknicken vor Trump bewertet. Sollte die „New York Times“ ebenfalls einen Vergleich anstreben, würde einer der letzten verbliebenen Leuchttürme der US-Demokratie vor Trump kapitulieren.
„Was wir aktuell beobachten, ist eine Schockstarre gegenüber den autokratischen Praktiken Trumps“, sagte der US-Experte Bernd Greiner in einem Interview der FR über die fehlende Gegenwehr aus der Gesellschaft gegenüber Trump. „Diese Schockstarre ist das Ergebnis jahrzehntelanger Entpolitisierung“, betonte der Historiker. „In diesem Klima ist der Raum für emotionale Überwältigung durch Ressentiments groß – und genau das erleben wir heute.“ Das „andere Amerika“ sei noch nicht verschwunden, betonte Greiner. „Aber es ist schwach, fragmentiert und in der Defensive. Es wirkt derzeit nicht, als könne es sich in absehbarer Zeit erholen.“
Derweil haben fünf deutsche Medienunternehmen die Bundesregierung aufgefordert, sich diplomatisch gegen die geplanten Einschränkungen für Journalistenvisa in den USA einzusetzen. Die US-Regierung hatte zuvor angekündigt, die Visa-Vergabe zu begrenzen.
Frankfurter Rundschau 17.9.2025
Manche haben ihre Probleme damit, wenn Medien nicht linientreu das Volk informieren. Die Visa-Vergabe will Trump einschränken.
Das ist immer noch humaner als das, was sein Zögling Netanjahu macht. Der lässt Journallisten erschießen.
Sonderbar, wen wir alles zu unseren Freunden zählen.
Trump verklagt „New York Times“ auf 15 Milliarden Dollar. Von Michael Hesse
US-Präsident Donald Trump hat die nächste Runde in seinem Kampf gegen die Pressefreiheit eingeleitet. Mit einer Klage über 15 Milliarden Dollar will er die liberale Tageszeitung „New York Times“ treffen. Die traditionsreiche Zeitung sei, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, „zum Sprachrohr der radikalen linken Demokratischen Partei“ geworden.
In Florida will er die Klage einreichen, wegen angeblicher Lügen über ihn, seine Familie und seine Unternehmen. Trump hatte bereits in der vergangenen Woche gedroht, die „New York Times“ wegen ihrer Berichterstattung über seine mutmaßlichen Verbindungen zum Sexualverbrecher Epstein zu verklagen. Von der Zeitung gibt es bislang noch keine Stellungnahme.
Trump kritisierte er die Times auch dafür, im Präsidentschaftswahlkampf seine demokratische Rivalin Kamala Harris unterstützt zu haben, was er als den „größten illegalen Wahlkampfbeitrag aller Zeiten“ bezeichnete. Er erklärte, dass die „New York Times“ viel zu lange habe ungehindert lügen, verleumden und ihn diffamieren dürfen – damit sei jetzt Schluss.
Es ist nicht der erste Angriff dieser Art. Bereits zuvor hatte Trump Medien verklagt oder ausgeschlossen, etwa die Nachrichtenagentur AP, die sich weigerte, seine Umbenennung des Golfs von Mexiko in „Golf von Amerika“ zu übernehmen. Kritiker sehen darin eine Strategie, unliebsame Berichterstattung einzuschüchtern und die Pressefreiheit auszuhöhlen.
Zuletzt hatte sich der CBS-Mutterkonzern mit Trump auf einen Vergleich geeinigt. Der Medienkonzern Paramount zahlt 16 Millionen Dollar, um einen Rechtsstreit mit dem US-Präsidenten zu beenden. Das wurde als Einknicken vor Trump bewertet. Sollte die „New York Times“ ebenfalls einen Vergleich anstreben, würde einer der letzten verbliebenen Leuchttürme der US-Demokratie vor Trump kapitulieren.
„Was wir aktuell beobachten, ist eine Schockstarre gegenüber den autokratischen Praktiken Trumps“, sagte der US-Experte Bernd Greiner in einem Interview der FR über die fehlende Gegenwehr aus der Gesellschaft gegenüber Trump. „Diese Schockstarre ist das Ergebnis jahrzehntelanger Entpolitisierung“, betonte der Historiker. „In diesem Klima ist der Raum für emotionale Überwältigung durch Ressentiments groß – und genau das erleben wir heute.“ Das „andere Amerika“ sei noch nicht verschwunden, betonte Greiner. „Aber es ist schwach, fragmentiert und in der Defensive. Es wirkt derzeit nicht, als könne es sich in absehbarer Zeit erholen.“
Derweil haben fünf deutsche Medienunternehmen die Bundesregierung aufgefordert, sich diplomatisch gegen die geplanten Einschränkungen für Journalistenvisa in den USA einzusetzen. Die US-Regierung hatte zuvor angekündigt, die Visa-Vergabe zu begrenzen.
Frankfurter Rundschau 17.9.2025
Manche haben ihre Probleme damit, wenn Medien nicht linientreu das Volk informieren. Die Visa-Vergabe will Trump einschränken.
Das ist immer noch humaner als das, was sein Zögling Netanjahu macht. Der lässt Journallisten erschießen.
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