Im August waren so viele Menschen ohne Job wie seit zehn Jahren nicht mehr. Deindustrialisierung nimmt Fahrt auf, Koalition kürzt Arbeitsmarktförderung
»Deutschland ist geschafft. Während Weissager weiter wacker von Erholung und baldigem Aufschwung künden, quält im Realen der Trott der Trostlosigkeit. Bei praktisch allen volkswirtschaftlichen Kennziffern – Produktion, Investitionen, Konsum – zeigt der Daumen nach unten. Dazu drücken hohe Energiekosten, Wohnungsnotstand, überteuerte Lebensmittel sowie steigende Beiträge für Gesundheit und Pflege auf die Stimmung. Und der Bundeskanzler sagt mal eben den Sozialstaat ab. Fehlte nur noch das: Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag mitteilte, hat die Zahl der offiziell registrierten Erwerbslosen erstmals seit zehn Jahren die Marke von drei Millionen geknackt.
Im Vorfeld unkten Experten von einem drohenden psychologischen Knockout. Jetzt ist er eingetreten. Sommerflaute und lahmende Konjunktur hätten den Schlamassel eingebrockt, ließ BA-Chef Andrea Nahles verlauten. Nach Behördenangaben waren im August 46.000 Personen weniger in Lohn und Brot als im Juli und damit insgesamt 3,025 Millionen oder 6,4 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung ohne Job. Zur Wahrheit gehört, dass Hunderttausende mehr Menschen in BA-Maßnahmen oder Warteschleifen feststecken und das Heer der sogenannten Unterbeschäftigung auf deutlich über 3,6 Millionen aufstocken. Trotzdem will auch die SPD-Chefin partout ein »zartes Pflänzchen« päppeln und verwies vor der Presse auf die seit Jahresbeginn rückläufige Kurzarbeit als vermeintlich verlässlichen Krisenindikator. Die Dinge liegen anders: Statt Personal auf Staatskosten bei der Stange zu halten, setzen die Bosse sie heute gleich vor die Tür.....«
Drei Millionen Faulenzer, drei Millionen Arbeitsscheue.
Ob da noch mehr Zwangsmaßnahmen gegen die Betroffenen helfen werden?
Aber das klingt vorerst gut, man zeigt Aktionen.
»Bis 2029 könnte jeder fünfte Job wegbrechen, hat die Unternehmensberatung Horváth errechnet. Gründe dafür seien die hohen US-Zölle und die aufstrebende chinesische Konkurrenz. Ein »dramatisches Jobsterben« beutelt nicht minder die Chemieindustrie. Der Chef der Branchengewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, sprach am Mittwoch von bundesweit 260 Betrieben, die ihre Belegschaft eindampfen. 40.000 Beschäftigte könnten auf der Straße landen.«
Wo sollen die alle beschäftigt werden? Kann bzw. will man die auch bezahlen?
Der wirtschaftliche Größenwahn zeigt jetzt seine Fratze.
Immer mehr, immer größer - und jetzt das Stop-Schild.
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Im August waren so viele Menschen ohne Job wie seit zehn Jahren nicht mehr. Deindustrialisierung nimmt Fahrt auf, Koalition kürzt Arbeitsmarktförderung
»Deutschland ist geschafft. Während Weissager weiter wacker von Erholung und baldigem Aufschwung künden, quält im Realen der Trott der Trostlosigkeit. Bei praktisch allen volkswirtschaftlichen Kennziffern – Produktion, Investitionen, Konsum – zeigt der Daumen nach unten. Dazu drücken hohe Energiekosten, Wohnungsnotstand, überteuerte Lebensmittel sowie steigende Beiträge für Gesundheit und Pflege auf die Stimmung. Und der Bundeskanzler sagt mal eben den Sozialstaat ab. Fehlte nur noch das: Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag mitteilte, hat die Zahl der offiziell registrierten Erwerbslosen erstmals seit zehn Jahren die Marke von drei Millionen geknackt.
Im Vorfeld unkten Experten von einem drohenden psychologischen Knockout. Jetzt ist er eingetreten. Sommerflaute und lahmende Konjunktur hätten den Schlamassel eingebrockt, ließ BA-Chef Andrea Nahles verlauten. Nach Behördenangaben waren im August 46.000 Personen weniger in Lohn und Brot als im Juli und damit insgesamt 3,025 Millionen oder 6,4 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung ohne Job. Zur Wahrheit gehört, dass Hunderttausende mehr Menschen in BA-Maßnahmen oder Warteschleifen feststecken und das Heer der sogenannten Unterbeschäftigung auf deutlich über 3,6 Millionen aufstocken. Trotzdem will auch die SPD-Chefin partout ein »zartes Pflänzchen« päppeln und verwies vor der Presse auf die seit Jahresbeginn rückläufige Kurzarbeit als vermeintlich verlässlichen Krisenindikator. Die Dinge liegen anders: Statt Personal auf Staatskosten bei der Stange zu halten, setzen die Bosse sie heute gleich vor die Tür.....«
Drei Millionen Faulenzer, drei Millionen Arbeitsscheue.
Ob da noch mehr Zwangsmaßnahmen gegen die Betroffenen helfen werden?
Aber das klingt vorerst gut, man zeigt Aktionen.
»Bis 2029 könnte jeder fünfte Job wegbrechen, hat die Unternehmensberatung Horváth errechnet. Gründe dafür seien die hohen US-Zölle und die aufstrebende chinesische Konkurrenz. Ein »dramatisches Jobsterben« beutelt nicht minder die Chemieindustrie. Der Chef der Branchengewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, sprach am Mittwoch von bundesweit 260 Betrieben, die ihre Belegschaft eindampfen. 40.000 Beschäftigte könnten auf der Straße landen.«
Wo sollen die alle beschäftigt werden? Kann bzw. will man die auch bezahlen?
Der wirtschaftliche Größenwahn zeigt jetzt seine Fratze.
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