Von ehemaliges Mitglied
Freitag 17.06.2022, 17:03 – geändert Freitag 17.06.2022, 17:22
Der Aufstand am 17. Juni 1953 war die erste Massenerhebung im Machtbereich der Sowjetunion. Eine Million Menschen demonstrierten in der DDR für Demokratie und Freiheit. Sowjetische Panzer lösten die Kundgebungen schließlich auf. Mit zahlreichen Opfern. Binnen weniger Tage wurden über 10.000 Menschen verhaftet, bei den Panzer-Einsätzen waren auch viele Menschen ums Leben gekommen.
Die UserInnen von FA, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind, waren zu diesem Zeitpunkt noch Kleinkinder und haben daher keine Erinnerung an die Brutalität, mit der dieser Aufstand durch
Truppen der Sowjetunion niedergeschlagen worden ist.
Bei uns im Westen ist dieser Tag jedoch im kollektiven Gedächtnis geblieben. Von 1954 bis 1990 war der 17. Juni bei uns ein Feiertag, und zu diesem Anlass gab es immer viele Reden, und es wurden aufwühlende Bilder gezeigt. Wir waren überglücklich, dass wir im freien Teil unseres Landes aufwachsen konnten, und wir hätten es bis Mitte der 80er Jahre niemals für möglich gehalten, dass
es doch noch zu einer Wiedervereinigung kommen könnte.
Aus einem Interview vom 17. Juni 2020 mit Roland Jahn, Journalist, Stasi-Opfer und späterer Chef-Aufklärer zu diesem Gedenktag:
Jahn:
"Für mich ist der 17. Juni 1953 immer noch einer der wichtigsten Gedenktage in Deutschland. Gerade im dreißigsten Jahr der Deutschen Einheit ist er von besonderer Bedeutung.
Die Ereignisse dieses Tages, die Niederschlagung des Volksaufstandes, machen deutlich, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten sind. Wir sollten auch heute immer noch neu daran erinnern.
Menschen haben das errungen, dass wir heute in einem freien und geeinten Deutschland leben. 1953 wurde der Ruf nach Freiheit und Selbstbestimmung laut. Diese Bewegung führte dann zum Volksaufstand.
Damals am 17. Juni 1953 hat begonnen, was 1989 mit der Friedlichen Revolution vollendet worden ist. Die Friedliche Revolution steht in der Tradition des 17. Juni. Das macht Hoffnung, dass Unrecht und Unfreiheit überwunden werden können, wenn es auch manchmal sehr lange dauert. In Deutschland könnten wir uns auch stärker auf die positiven Momente der deutschen Demokratiegeschichte besinnen."
Der Aufstand am 17. Juni 1953 war die erste Massenerhebung im Machtbereich der Sowjetunion. Eine Million Menschen demonstrierten in der DDR für Demokratie und Freiheit. Sowjetische Panzer lösten die Kundgebungen schließlich auf. Mit zahlreichen Opfern. Binnen weniger Tage wurden über 10.000 Menschen verhaftet, bei den Panzer-Einsätzen waren auch viele Menschen ums Leben gekommen.
Die UserInnen von FA, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind, waren zu diesem Zeitpunkt noch Kleinkinder und haben daher keine Erinnerung an die Brutalität, mit der dieser Aufstand durch
Truppen der Sowjetunion niedergeschlagen worden ist.
Bei uns im Westen ist dieser Tag jedoch im kollektiven Gedächtnis geblieben. Von 1954 bis 1990 war der 17. Juni bei uns ein Feiertag, und zu diesem Anlass gab es immer viele Reden, und es wurden aufwühlende Bilder gezeigt. Wir waren überglücklich, dass wir im freien Teil unseres Landes aufwachsen konnten, und wir hätten es bis Mitte der 80er Jahre niemals für möglich gehalten, dass
es doch noch zu einer Wiedervereinigung kommen könnte.
Aus einem Interview vom 17. Juni 2020 mit Roland Jahn, Journalist, Stasi-Opfer und späterer Chef-Aufklärer zu diesem Gedenktag:
Jahn:
"Für mich ist der 17. Juni 1953 immer noch einer der wichtigsten Gedenktage in Deutschland. Gerade im dreißigsten Jahr der Deutschen Einheit ist er von besonderer Bedeutung.
Die Ereignisse dieses Tages, die Niederschlagung des Volksaufstandes, machen deutlich, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten sind. Wir sollten auch heute immer noch neu daran erinnern.
Menschen haben das errungen, dass wir heute in einem freien und geeinten Deutschland leben. 1953 wurde der Ruf nach Freiheit und Selbstbestimmung laut. Diese Bewegung führte dann zum Volksaufstand.
Damals am 17. Juni 1953 hat begonnen, was 1989 mit der Friedlichen Revolution vollendet worden ist. Die Friedliche Revolution steht in der Tradition des 17. Juni. Das macht Hoffnung, dass Unrecht und Unfreiheit überwunden werden können, wenn es auch manchmal sehr lange dauert. In Deutschland könnten wir uns auch stärker auf die positiven Momente der deutschen Demokratiegeschichte besinnen."