Von ehemaliges Mitglied
Mittwoch 04.05.2022, 23:07
Nicht erst seit Beginn des Krieges leben manche Russen in einer Welt, die mit der Realität nur wenig zu tun hat. Das staatliche Fernsehen überhäuft das Volk jahrelang mit Fake News, Hass und Verschwörungstheorien. Kein Wunder, dass das Publikum selbst absurdeste Lügen für bare Münze hält.
Als Russland am 24. Februar die Ukraine überfällt, gehen nur wenige Russen auf die Straße. Die erhoffte Welle der Proteste gegen Wladimir Putins Politik bleibt aus. Ganz im Gegenteil, die meisten Russen scheinen den Kurs ihres Präsidenten zu unterstützen. Putins Zustimmungswerte steigen laut dem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut Lewada seit Beginn des Krieges sogar von 69 auf 82 Prozent. Drei Viertel der Befragten unterstützen den Angriff auf die Ukraine.
Für Menschen in Europa ist es unerklärlich, warum manche Russen selbst Erzählungen ihrer eigenen Verwandten in der Ukraine nicht glauben. Wie kann es sein, dass eine in Moskau lebende Mutter ihrer eigenen Tochter in Charkiw weniger Glauben schenkt als dem russischen Staatsfernsehen? Wie kann es sein, dass selbst manche in Deutschland lebende Russen davon überzeugt sind, dass die Bilder der getöteten Menschen in Butscha ein Fake sind und die Ukraine selbst an dem Krieg schuld ist?
16 Stunden Propaganda pro Tag
Um diese Fragen zu beantworten, muss man wissen, dass in Russland das Fernsehen nach wie vor die wichtigste, für viele Menschen auch die einzige, Nachrichtenquelle ist. 62 Prozent der Russen erhalten laut einer Lewada-Studie nachrichtliche Informationen aus dem Fernsehen. Bei den über Fünfzigjährigen sind es sogar mehr als 80 Prozent. Wer auch nur einen kurzen Blick in das Programm des wichtigsten russischen Senders Perwy Kanal wirft, dem wird schnell klar, wie Putins hohe Zustimmungswerte zu erklären sind.
Seit dem Kriegsbeginn verzichten die wichtigsten Sender auf Unterhaltungsprogramme zugunsten zusätzlicher Nachrichtenausgaben und politischen Shows. Dem Volk muss die Bedeutung der "Spezialoperation" erklärt und der Hass gegen die "Feinde" eingeflößt werden. "Verdünnt" werden die offensichtlichen Propaganda-Sendungen mit patriotischen Spielfilmen und Serien mit Titeln wie "Nach den Gesetzen des Krieges" oder "Chronik eines Tauchbombers".
Die Zuschauer werden täglich mit 16 Stunden purer Propaganda konfrontiert, hat die britische "Times" nachgerechnet. Dazu zählen Nachrichtensendungen, Berichte über westliche "Fake News" und politische Talkshows mit kremlfreundlichen Experten.
Nicht erst seit Beginn des Krieges leben manche Russen in einer Welt, die mit der Realität nur wenig zu tun hat. Das staatliche Fernsehen überhäuft das Volk jahrelang mit Fake News, Hass und Verschwörungstheorien. Kein Wunder, dass das Publikum selbst absurdeste Lügen für bare Münze hält.
Als Russland am 24. Februar die Ukraine überfällt, gehen nur wenige Russen auf die Straße. Die erhoffte Welle der Proteste gegen Wladimir Putins Politik bleibt aus. Ganz im Gegenteil, die meisten Russen scheinen den Kurs ihres Präsidenten zu unterstützen. Putins Zustimmungswerte steigen laut dem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut Lewada seit Beginn des Krieges sogar von 69 auf 82 Prozent. Drei Viertel der Befragten unterstützen den Angriff auf die Ukraine.
Für Menschen in Europa ist es unerklärlich, warum manche Russen selbst Erzählungen ihrer eigenen Verwandten in der Ukraine nicht glauben. Wie kann es sein, dass eine in Moskau lebende Mutter ihrer eigenen Tochter in Charkiw weniger Glauben schenkt als dem russischen Staatsfernsehen? Wie kann es sein, dass selbst manche in Deutschland lebende Russen davon überzeugt sind, dass die Bilder der getöteten Menschen in Butscha ein Fake sind und die Ukraine selbst an dem Krieg schuld ist?
16 Stunden Propaganda pro Tag
Um diese Fragen zu beantworten, muss man wissen, dass in Russland das Fernsehen nach wie vor die wichtigste, für viele Menschen auch die einzige, Nachrichtenquelle ist. 62 Prozent der Russen erhalten laut einer Lewada-Studie nachrichtliche Informationen aus dem Fernsehen. Bei den über Fünfzigjährigen sind es sogar mehr als 80 Prozent. Wer auch nur einen kurzen Blick in das Programm des wichtigsten russischen Senders Perwy Kanal wirft, dem wird schnell klar, wie Putins hohe Zustimmungswerte zu erklären sind.
Seit dem Kriegsbeginn verzichten die wichtigsten Sender auf Unterhaltungsprogramme zugunsten zusätzlicher Nachrichtenausgaben und politischen Shows. Dem Volk muss die Bedeutung der "Spezialoperation" erklärt und der Hass gegen die "Feinde" eingeflößt werden. "Verdünnt" werden die offensichtlichen Propaganda-Sendungen mit patriotischen Spielfilmen und Serien mit Titeln wie "Nach den Gesetzen des Krieges" oder "Chronik eines Tauchbombers".
Die Zuschauer werden täglich mit 16 Stunden purer Propaganda konfrontiert, hat die britische "Times" nachgerechnet. Dazu zählen Nachrichtensendungen, Berichte über westliche "Fake News" und politische Talkshows mit kremlfreundlichen Experten.
Und auch hier fallen einige darauf herein.
www.n-tv.de/ ... /Wie-die-Russen-zu-Zombies-gemacht-werden-article23305987.html