Von ehemaliges Mitglied
Mittwoch 13.09.2017, 16:07
In einer geharnischten Philippika wird die Abschaffung der Buchpreisevents gefordert.
„Die Feier des Mittelmasses
Wer als Autor ausgezeichnet werden will, um danach tatsächlich als ein «ausgezeichneter» Autor gelten zu können, muss sich darum vorab anpassen. Was heute vorrangig prämiert wird, ist Mediokrität, sind Werke und Verfasser, die nach Ablauf der literarischen Saison gleich wieder vergessen sind. Wer erinnert sich heute an die Preisträger vom Vorjahr? Und wer mag noch ein Buch lesen, das vor Jahresfrist, vielleicht gar vor einem Jahrzehnt erschienen ist? Dennoch werden Schriftsteller von der Werbung und bei öffentlichen Veranstaltungen vorzugsweise mit der Liste ihrer Preise vorgestellt und erst in zweiter Linie mit jener ihrer Werke. Gefördert (durch Stipendien) und belohnt (durch Valuta und Ehre) wird nach gegenwärtigem Literatur- und Marketingverständnis stets das Absehbare, das bereits in irgendeiner Weise als Trend etabliert ist.“
In einer geharnischten Philippika wird die Abschaffung der Buchpreisevents gefordert.
„Die Feier des Mittelmasses
Wer als Autor ausgezeichnet werden will, um danach tatsächlich als ein «ausgezeichneter» Autor gelten zu können, muss sich darum vorab anpassen. Was heute vorrangig prämiert wird, ist Mediokrität, sind Werke und Verfasser, die nach Ablauf der literarischen Saison gleich wieder vergessen sind. Wer erinnert sich heute an die Preisträger vom Vorjahr? Und wer mag noch ein Buch lesen, das vor Jahresfrist, vielleicht gar vor einem Jahrzehnt erschienen ist? Dennoch werden Schriftsteller von der Werbung und bei öffentlichen Veranstaltungen vorzugsweise mit der Liste ihrer Preise vorgestellt und erst in zweiter Linie mit jener ihrer Werke. Gefördert (durch Stipendien) und belohnt (durch Valuta und Ehre) wird nach gegenwärtigem Literatur- und Marketingverständnis stets das Absehbare, das bereits in irgendeiner Weise als Trend etabliert ist.“
NZZ 13.09.2017
www.nzz.ch/ ... /buecherpreise-schafft-die-jurys-ab-ld.1315821