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Der Duft menes Morgens

Von Feierabend-Mitglied Montag 05.04.2021, 08:51

Marmelade.
Pfirsichmarmelade.
Selber gemacht.
Schmeckt nicht gelbsüß.
Schmeckt nach Pfirsich.
Die macht mich glücklich.
Eigentlich traurig.
Obwohl so eine gute Marmelade.

Muss ich darüber dankbar sein.
Dass ich das Glück einer nicht nur gelbsüßen Marmelade habe.

Schon.
Gell.

Draußen im Garten ist sowas von Luft.
Kühl und klar.
Fast sichtbar legt sie sich auf meine Haut.
Ein winzig kleiner Wind streichelt mich.

Reine Luft.
Gewaschen vom großen Himmelsschlauch.
Geradezu gekärchert….
So sauber.

Pragmatismuspoesie einer Deutschen.
Reinlich, gewissenhaft, gehorsam.
Alles liegt an seinem Platz.
Dennoch ist es unordentlich.
Oft.
Bei den ordentlichen Deutschen.
Und bei mir.

Mir fällt Heine ein.
Denk ich an Deutschland in der Nacht..
Oder auch am Morgen.
Sehnsucht im Vers.
Nach Heimat und Mutter.
Meine Sehnsucht.
Sehnsucht ist Nichthaben.

Das Gras glänzt und riecht grünnass.
Von irgendwo her kommt der Duft von Zimt.
Kindheitsduft.
Von Plätzchen und Apfelküchlein und Sträußelkuchen.
Sehnsucht im Duft.

Es gibt Menschen, die mögen Zimt nicht.
Die mögen wahrscheinlich auch keine Pfirsichmarmelade.
Aber Curryduft.
Den mag ich auch.
Kaum merklich riecht es im Wind nach Curry.
Ein siberglänzendes, wunderschönes Kraut.
Das Currykraut.
So schön, dass es nie in meinem Kochtopf landet.

Wie nennt man eigentlich Menschen, die keine Pflanzen essen mögen?
Genauer gesagt Blumen.
Gänseblümchen auf dem Salat.
Niemals.

Männer sind wie Gänseblümchen ist der Titel eines Buches.
Vielleicht mag ich deshalb keine Gänseblümchen essen….

Manche sagen, Männer sind Schweine…

Ich sage beides nicht.
Ich schreib bloß von meinem Morgen.
An dem ich Gedanken im Schreiben vertiefe.
Die kleine Auswahl der Gedanken,
die so schwer sind,
dass ich die leichten vertiefen muss.

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