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War es wirklich ein Erfolg?

Von Feierabend-Mitglied 28.08.2022, 11:42

Ketzerisch ausgedrückt. Ja; für Schmarotzer
Aber glaubt jemand ernsthaft, dass auch nur 50 % der Nutzer des "Fast-Gratis-ÖPNV" weiterhin Bus, Bahn & DB nutzen werden?
Ich habe da meine Zweifel und möchte das an einem Beispiel erläutern.

Den Tageszeitungen geht es genauso dreckig wie dem ÖPNV.
Viele überleben nur noch 'am Rande des Hungertods', weil sie Teil eines überregionalen Konzerns wurden.
Natürlich zulasten der Regionalität.
Ich stamme aus dem Einzugsbereich der WAZ, Ausgabe Gelsenkirchen und war Abonnent.
Heute wohne ich im Bereich der RNZ, Ausgabe Ludwigshafen
… aber wenn ich die Zeitung aufschlage, sehe ich fast nichts von LU.
Jede Menge aus den umliegenden Dörfern der Pfalz und den Hauptteil machen überregionale Nachrichten, wie sie in allen Zeitungen der Republik fast gleichlautend von den Nachrichtenagenturen formuliert und verkauft werden.
Wirklich ortsbezogene Nachrichten finde ich mehr in den Anzeigenblättchen wie "Der Oggersheimer" etc., die kostenfrei an alle Haushalte gehen

Aber zurück zur Verbindung zum eigentlichen Thema.
Gesetzt den Fall, einer unserer superintelligenten Politiker (keine Angst, ich erwähne die Grünen nicht) käme auf die Idee, für drei Monate jede deutsche Tageszeitung zum Preis der BILD-Zeitung von damals aus ihren Anfangstagen,
sagen wir mal, für 10 Cent zu verkaufen.
Ganz sicher würden die Auflagen in Höhen klettern, wie sie WAZ / RNZ nicht vor 50 Jahren erreichten.

Aber dann?
Wenn die einzelne Zeitung 2,50 € kostet, gingen die Auflagen genauso schnell wieder zurück.
Der redaktionelle Inhalt bliebe genauso schlecht wie vorher.

Dem ÖPNV wird es nicht anders gehen, wenn sich wieder der alte Trott mit verschmutzten Bussen und Bahnen, Verspätungen und verpassten Umsteigeanschlüssen einstellt.
Und sind wir doch ehrlich.

Bundesweit einen Null-Euro-Tarif oder auch nur einen Tarif einzuführen, der wirklich seinen Preis wert ist, bekommen unsere Verkehrsunternehmen doch eh nicht gebacken.
Einheitspreise, wo der Kurzstreckenfahrgast den gleichen Preis bezahlt wie der Fahrgast auf der langen Strecke, das mögen die Verkehrsverbünde.
Damit können sie kalkulieren.
So wird der Fahrgast zur Melkkuh, wie der Autofahrer für den Finanzminister an der Tankstelle.
Alles andere - auch wenn es gerechter wäre, würde nur unnütze Arbeit bedeuten.

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