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Gefrässiger Einwanderer gesucht

Von Feierabend-Mitglied Dienstag 07.09.2021, 11:05 – geändert Dienstag 07.09.2021, 11:06

Es gibt bereits Populationen in Italien und in der Schweiz. Hierzulande bittet man vor allem in Baden-Württemberg und Bayern um Meldung von Sichtungen. Im Link sind Abbildungen zu sehen vom Japankäfer und Käfern die nicht mit ihm verwechselt werden sollten.

Aus BR24
Helfen Sie mit! Gefräßiger Japankäfer tot oder lebendig gesucht
Er sieht dem Maikäfer sehr ähnlich und ist ebenso verfressen. Der Japankäfer ist ein Einwanderer und verursacht große Schäden. Er wurde in der Schweiz gesichtet und nimmt Kurs auf Deutschland. Pflanzenschützer schlagen Alarm und bitten um Mithilfe.

Mitte Juli wurde ein Japankäfer in einer Pheromonfalle in der Nähe des Baseler Güterbahnhofs gefangen. Der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst vermutet, dass er als "blinder Passagier" aus einem Befallsgebiet um den Lago Maggiore nach Basel gelangte. Seit einigen Jahren vermehrt sich der Japankäfer dort rasant und richtet beträchtliche Fraß-Schäden in Weinbergen, Obst- und Beerenkulturen an. Auch die hiesigen Pflanzenschützer sind in Alarmbereitschaft, da der Fundort grenznah zu Deutschland war.

Wo kommt der Japankäfer vor?
Ursprünglich stammt der Japankäfer, wie es sein Name schon sagt, aus Japan. Aber bereits seit mehr als 100 Jahren breitet er sich auch auf dem nordamerikanischen Kontinent aus. Die Schäden, die er verursacht, sind immens. Auch andere Regionen - wie zum Beispiel Italien - sind zunehmend betroffen. Der Japankäfer verbreitet sich hauptsächlich durch "Verschleppung" via Verkehrsmitteln. Deswegen werden Italienurlauber aus der Schweiz auch gebeten, vor der Rückkehr Gepäck, Fahrzeug und Haustier auf die Käfer hin abzusuchen, die sich mit den kleinen Haken an ihren Beinen festhaken können.

Was macht den Japankäfer zum Problem?
Der Japankäfer, lateinisch Popillia japonica, ist ein sehr gefräßiges Tier. Das Julius Kühn-Institut (JKI), das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, stuft ihn als "Käfer mit großem Appetit" ein. Und es fehlen ihm hierzulande natürliche Feinde, er kann also ungehindert alles kurz und klein fressen - bis hin zum Kahlfraß.

Japankäfer zerfressen ein BlattJapankäfer zerfressen ein Blatt
© picture alliance/AP Images | Chuck Liddy
Bildrechte: picture alliance/AP Images | Chuck Liddy
Japankäfer haben einen ungeheuren Appetit.

Was fressen Japankäfer?
Bei seiner Nahrung ist der Käfer nicht wählerisch: Zu seiner Nahrungsgrundlage zählen über 300 Gehölzarten teils sehr verschiedener Pflanzengattungen. Dazu gehören vor allem Apfelbäume, Steinobstbäume, Erdbeeren, Garten- und Sojabohnen, Mais, Weinreben, Rosen sowie viele andere Strauch- und Baumarten, so das Landwirtschaftliches Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg.

Die Engerlinge - also die Larven - ernähren sich überwiegend von Graswurzeln. Treten sie massiv auf, könnten sie Rasen, Wiesen und Weiden zerstören, warnen die Experten.

Einzelfund oder Befall durch den Japankäfer?
In der Schweiz wird momentan abgeklärt, ob es sich um einen Einzelfund oder tatsächlich um einen Befall mit dem Japankäfer handelt. Um den Käfer wirkungsvoll bekämpfen zu können, müssen Maßnahmen zur Eindämmung frühzeitig ergriffen werden, um Erfolg zu haben. Denn hat er sich erst einmal breitgemacht, ist eine Bekämpfung schwierig. Um eine Ausbreitung zu verhindern, könnten laut LTZ zum Beispiel Einschränkungen beim Pflanzentransport, engmaschige Netze, Insektizide oder Pilze helfen.

Gesucht wird der Japankäfer: Mithilfe gefragt
Das LTZ ruft dazu auf, bei der Überwachung zu helfen: "Sollten Sie einen Japankäfer an Pflanzen, Fahrzeugen, an der Kleidung oder Gepäckstücken entdecken, fangen Sie den Käfer (tot oder lebendig) und bewahren ihn sicher auf." Dazu kann man ihn zum Beispiel einfrieren bei minus 18 Grad. Dann sollte der Pflanzenschutzdienst informiert werden, etwa mit Foto und Fundort unter der Mailadresse: pflanzenschutz-insekten@ltz.bwl.de.

Gefundene Insekten können auch per Post und der Angabe von Fundort und Funddatum an folgende Adresse geschickt werden: LTZ Augustenberg, Referat 33 - Zoologische Diagnosen, Neßlerstraße 23, 76227 Karlsruhe

Wie sieht der Japankäfer aus?
Erwachsene Japankäfer sind rund einen Zentimeter groß und sehen so ähnlich aus wie heimische Gartenlaub-, Mai- oder Junikäfer. Der Japankäfer aber hat fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei am Ende des Körpers. Das Halsschild schimmert auffällig grün-metallisch. Eine weitere Besonderheit: Wenn sich ein Feind nähert, spreizt er die Beine weit ab und verharrt in dieser Abwehrstellung. Die Flugzeit endet im September.

MaikäferMaikäfer
© dpa-Bildfunk/Fabian Stratenschulte
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Fabian Stratenschulte
Maikäfer hat keinen grünlich-glänzenden Halsbereich und keine Fellbüschelchen

Erste Meldungen des Japankäfers in Deutschland sind strittig
Bisher gilt, dass der Japankäfer in Deutschland nicht vorkommt, auch wenn es laut LTZ und JKI Hinweise auf jeweils einzelne Funde von Japankäfern im Jahr 2014 bei Paderborn in Nordrhein-Westfalen und 2018 in Bayern bei Oberstdorf gab. Aber beide Funde konnten von den amtlichen Pflanzenschutzdiensten nicht bestätigt werden.

Nicht verwechseln mit dem Rosenkäfer!
Auch der Gemeine Rosenkäfer, auch Goldglänzender Rosenkäfer, schillert metallisch grün bzw. golden. Deswegen könnte man ihn auf den ersten Blick mit dem Japankäfer verwechseln. Der Rosenkäfer ist häufig Gast in unseren Gärten. Aber im Gegensatz zum Japankäfer ist er kein Schädling. Die Larven laben sich auf dem Kompost. Auf dem Speiseplan der erwachsenen Tiere stehen Nektar und Pollen, süße Pflanzensäfte und reifes Obst, Doch weder ausgewachsen noch als Larve schädigt er Wurzeln oder Laub unserer Gartenpflanzen, so der Bund Naturschutz (NABU).

RosenkäferRosenkäfer
© BR/Markus Konvalin
Bildrechte: BR/Markus Konvalin
Der Rosenkäfer schillert ebenso wie der Japankäfer metallisch. Er kommt häufig im Garten vor, ist aber kein Schädling.
www.br.de/ ... /helfen-sie-mit-gefraessiger-japankaefer-tot-oder-lebendig-gesucht,Sf8790Q

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