USA: Impfgegner nehmen Pferdemedizin und verstopfen Kliniken. Impfgegner demonstrieren in Michigan: Immer wieder machen Falschinformationen zu Medikamenten die Runde, die gegen Covid wirken sollen. (Quelle: imago images/Jim West) Impfgegner demonstrieren in Michigan: Immer wieder machen Falschinformationen zu Medikamenten die Runde, die gegen Covid wirken sollen. (Quelle: Jim West/imago images)
In den USA geht die Falschnachricht um, das Medikament Ivermectin helfe gegen Corona. Im Bundesstaat Oklahoma blockieren Opfer dieser Selbstbehandlung jetzt die Krankenhäuser.
Eigentlich ist Ivermectin dafür gedacht, Parasiten in Pferden zu töten, nur in geringen Dosen wird es auch bei Menschen eingesetzt. Nun aber ist es in Teilen der USA ein beliebtes Anti-Covid-Medikament geworden – ohne jeden Beweis, dass es überhaupt wirkt.
Besonders in dem Bundesstaat Oklahoma ist Ivermectin bei Impfgegnern beliebt. Dort zeigen sich jetzt die Folgen: Die Intensivstationen seien so überfüllt, dass selbst Patienten mit Schusswunden teilweise länger auf die Behandlung warten müssen, sagte der Arzt Jason McElyea dem lokalen Fernsehsender KFOR.
Krämpfe und Sehverlust
Laut McElyea nehmen die späteren Patienten Dosen des Mittels, die eigentlich für Pferde gedacht sind – erleiden also eine Überdosis und müssen in Krankenhäuser. Die Folgen seien teilweise schlimmer, als wenn man Covid hätte, so McElyea. Zu den Symptomen gehören Übelkeit, Muskelschmerzen, Erbrechen und Krämpfe. "Das furchterregendste, das ich gesehen und gehört habe, sind Menschen, die mit Sehverlust kommen", sagte McElyea.
Die Information, Ivermectin würde – im Gegensatz zu den Impfungen – gegen Covid helfen, wird vor allem in Facebookgruppen oder Internetforen verbreitet. Beobachtern zufolge gibt es zwischen den Ivermectin-Befürwortern und Impfgegnern eine große Überschneidung.
"Sie sind kein Pferd. Sie sind keine Kuh"
Selbst die bundesweite Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA sah sich genötigt, zu reagieren: "Sie sind kein Pferd. Sie sind keine Kuh. Ernsthaft, hören Sie auf damit", twitterte die Behörde und stellte weitere Erklärtexte dazu. "Es gibt derzeit viele Falschinformationen, und vielleicht haben Sie gehört, dass es in Ordnung sei, eine große Dosis Ivermectin zu nehmen. Es ist nicht in Ordnung", heißt es da. Die Behörde warnt davor, dass es Menschen bei einer übermäßigen Einnahme auch ins Koma fallen oder gar sterben könnten.
Trotz der Warnungen ist das Medikament in einigen Teilen Oklahomas noch immer ausverkauft, wie der Fernsehbeitrag von KFOR zeigt.
Diesen Artikel hab` ich für die User/-innen eingestellt, die ihn noch nicht gelesen haben, oder gar zu den Impfgegnern gehören....
Corona-Wahnsinn in den USA
Impfgegner nehmen Pferdemedizin und verstopfen Kliniken
04.09.2021, 19:27 Uhr | cck, t-online
USA: Impfgegner nehmen Pferdemedizin und verstopfen Kliniken. Impfgegner demonstrieren in Michigan: Immer wieder machen Falschinformationen zu Medikamenten die Runde, die gegen Covid wirken sollen. (Quelle: imago images/Jim West) Impfgegner demonstrieren in Michigan: Immer wieder machen Falschinformationen zu Medikamenten die Runde, die gegen Covid wirken sollen. (Quelle: Jim West/imago images)
In den USA geht die Falschnachricht um, das Medikament Ivermectin helfe gegen Corona. Im Bundesstaat Oklahoma blockieren Opfer dieser Selbstbehandlung jetzt die Krankenhäuser.
Eigentlich ist Ivermectin dafür gedacht, Parasiten in Pferden zu töten, nur in geringen Dosen wird es auch bei Menschen eingesetzt. Nun aber ist es in Teilen der USA ein beliebtes Anti-Covid-Medikament geworden – ohne jeden Beweis, dass es überhaupt wirkt.
Besonders in dem Bundesstaat Oklahoma ist Ivermectin bei Impfgegnern beliebt. Dort zeigen sich jetzt die Folgen: Die Intensivstationen seien so überfüllt, dass selbst Patienten mit Schusswunden teilweise länger auf die Behandlung warten müssen, sagte der Arzt Jason McElyea dem lokalen Fernsehsender KFOR.
Krämpfe und Sehverlust
Laut McElyea nehmen die späteren Patienten Dosen des Mittels, die eigentlich für Pferde gedacht sind – erleiden also eine Überdosis und müssen in Krankenhäuser. Die Folgen seien teilweise schlimmer, als wenn man Covid hätte, so McElyea. Zu den Symptomen gehören Übelkeit, Muskelschmerzen, Erbrechen und Krämpfe. "Das furchterregendste, das ich gesehen und gehört habe, sind Menschen, die mit Sehverlust kommen", sagte McElyea.
Die Information, Ivermectin würde – im Gegensatz zu den Impfungen – gegen Covid helfen, wird vor allem in Facebookgruppen oder Internetforen verbreitet. Beobachtern zufolge gibt es zwischen den Ivermectin-Befürwortern und Impfgegnern eine große Überschneidung.
"Sie sind kein Pferd. Sie sind keine Kuh"
Selbst die bundesweite Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA sah sich genötigt, zu reagieren: "Sie sind kein Pferd. Sie sind keine Kuh. Ernsthaft, hören Sie auf damit", twitterte die Behörde und stellte weitere Erklärtexte dazu. "Es gibt derzeit viele Falschinformationen, und vielleicht haben Sie gehört, dass es in Ordnung sei, eine große Dosis Ivermectin zu nehmen. Es ist nicht in Ordnung", heißt es da. Die Behörde warnt davor, dass es Menschen bei einer übermäßigen Einnahme auch ins Koma fallen oder gar sterben könnten.
Trotz der Warnungen ist das Medikament in einigen Teilen Oklahomas noch immer ausverkauft, wie der Fernsehbeitrag von KFOR zeigt.