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Zum Internationalen Hurentag

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 03.06.2021, 10:31

Was man nicht unbedingt wissen muss, jedoch auch nicht dümmer macht, wenn man es weiß.

Zwölf Fakten über Sexarbeit in Deutschland

1.
Für Prostituierte besteht in Deutschland seit dem 1. Juli 2017 eine Anmeldepflicht, für entsprechende Gewerbe eine Erlaubnispflicht. Grundlage ist dafür das so genannte Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG).
2.
In Deutschland gibt es offiziell 40.369 Prostituierte. Das folgt aus den Angaben des Statistischen Bundesamtes, die im Sommer 2020 veröffentlicht wurden. Die Statistik umfasst geschlechtsunabhängig alle gemeldeten Personen, die nach § 2 ProstStatV sexuelle Dienstleistungen erbringen.
3.
Knapp ein Fünftel (19,13 Prozent) der angemeldeten Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Rund 74 Prozent kommen aus anderen Ländern Europas, vier Prozent stammen aus Asien, zwei Prozent aus Amerika, weniger als ein Prozent aus Afrika.
4.
Die drei häufigsten ausländischen Staatsangehörigkeiten der in Deutschland tätigen Prostituierten waren im Jahr 2019 mit 14.300 Escort-Damen bzw. -Herren die rumänische (35 Prozent aller angemeldeten Prostituierten), mit 4300 die bulgarische (11 Prozent) und mit 3100 die ungarische (8 Prozent).
5.
Die meisten MitarbeiterInnen der Sexindustrie in Deutschland arbeiten in Nordrhein-Westfalen (9472 Prostituierte), Bayern (8149), Baden-Württemberg (4972), Hessen (4593) und Niedersachsen (3522). Am wenigsten gibt es in Sachsen-Anhalt (43), Brandenburg (111) und Mecklenburg-Vorpommern (289).
6.
Von den rund 40.400 angemeldeten Prostituierten waren im Berichtsjahr 31.600 (78 Prozent) 21 bis 44 Jahre alt. 6700 (17 Prozent) waren 45 Jahre oder älter und 2100 (fünf Prozent) waren zwischen 18 und 20 Jahren alt.
7.
In Deutschland gab es offiziell 2170 Prostitutionsgewerbe, hieß es weiter vom Statistischen Bundesamt.
8.
Der Gesetzgeber ging im Jahr 2001 davon aus, dass in Deutschland etwa 400.000 Prostituierte ihre Dienste anboten. Der dadurch erzielte Umsatz wurde seinerzeit auf etwa 6,4 Mrd. Euro jährlich geschätzt. Dies folgt aus dem Bericht des Bundesrechnungshofs über die Besteuerung der Prostitution, der im Jahr 2014 veröffentlicht wurde. Nach Schätzungen der Gewerkschaft ver.di werden im deutschen Rotlichtgewerbe mit Prostitution jährlich rund 14,5 Mrd. Euro umgesetzt, hieß es. „Auch wenn keine genauen Zahlen vorliegen geht der Bundesrechnungshof davon aus, dass durch Prostitutions-ausübung nach wie vor mehrere Milliarden Euro jährlich eingenommen werden“, so die Behörde.
9.
80 Prozent aller Besucher sind Stammgäste, sie kommen mindestens einmal pro Monat, berichtete einst B.Z. unter Verweis auf eine langjährige Chefin eines Bordells in Berlin.
10.
Nur ein Fünftel aller Gäste seien Single, jeder Zehnte habe eine Freundin, 70 Prozent seien verheiratet.
11.
Die Preise für sexuelle Dienstleistungen sind sehr unterschiedlich, so der Bundesrechnungshof. „Während sich Prostituierte auf dem Straßenstrich mit verhältnismäßig geringen Entgelten begnügen, müssen Freier in Luxusclubs – neben den Kosten für Eintritt und Getränke – erhebliche Beträge für die Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen hinlegen. Begleit- und Escortagenturen sowie sogenannte Domina-Studios verlangen ebenfalls regelmäßig hohe Honorare“, so die Behörde.
12.
Eine Prostituierte verdient zwischen 10 und 40 Euro pro Sexkäufer auf dem Straßenstrich und im Bordell, erläutert die „Terre des Femmes - Menschenrechte für die Frau“. Und das bei extrem hohen „Mietkosten“ von täglich 120 bis 180 Euro für Bordellwohnungen, Wohnwagen oder Zimmer in Bordellen.

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