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Mondnacht

Von ehemaliges Mitglied Samstag 04.08.2018, 15:53

Als Anregung eine Geschichte dazu:

Mondnacht
„Der Mond ist hinunter
Und auch das Siebengestirn…“
Nein, ich bin keine Sappho, ich schreibe keine Gedichte und alleine schlafe ich auch nicht.

Aber manchmal, manchmal bei Vollmond suchen mich Gedanken heim. Und Gefühle.
Es ist dann so ein leichtes Zittern auf meiner Haut. Ich spüre deine feuchte Hand auf meinem Arm und wünschte mir, sie läge an ganz anderer Stelle. Dieses Zittern, immer dann, wenn der Mond langsam hinter dem dunklen Bergzug zu verschwinden beginnt…Dann huschen die Schatten durch unser Zimmer, die Ecken verdunkeln sich und dein Atem streicht über mein Gesicht...
ich will dich
Warum suchen mich diese Gefühle jetzt, nach so vielen gemeinsamen Jahren heim, habe ich etwas vermisst? Und wenn, was habe ich vermisst? Was ist es, dass meine Haut jetzt, wenn der Mond nur Dunkelheit zurück gelassen hat, vibrieren lässt?
ich will deine Wärme
Zögernd löst sich deine Hand von mir. Haben auch dich dieses entfliehende Mondlicht, diese veränderten Schatten, geweckt? Hat es auch bei dir etwas gelöst, hast auch du etwas vermisst?
Deine Hand, immer noch feucht vom Schlaf, wandert dem Schatten nach, wandert langsam und sanft über meinen nackten Leib, streichelt vorsichtig hin zu der kleinen Falte zwischen Nabel und Hügel und deine Finger berühren mein Haar dort unten, und meine Haut zittert und sehnt sich… und sehnt sich…
ich will deine Begierde
Ich drehe mich zu dir, spüre deinem Atem nach, suche die Stelle in deinem Ohr, die ich früher mit meiner Zungenspitze berührt habe vor Lust, wenn du langsam mit deiner Hand zwischen meinen Schenkeln zu suchen begonnen hast. Damals, vor langer Zeit, oder wann eigentlich? Ich fühle deinem Herzschlag nach, dem gleichmäßigen Pochen in dir, und da scheint es mir, es pocht jetzt anders, etwas schneller, pocht es schneller meinetwegen, und der Schatten wegen, die dunkler und dunkler werden?
ich will dich mit Haut und Haar
Deine Finger wandern, ich weiß, was sie suchen, ich schiebe sie langsam, ganz langsam dahin, wo du es findest, so wie du es früher immer gefunden hast, manchmal schnell und kraftvoll, zu schnell, zu kraftvoll, und doch so, dass ich zum Stöhnen kam, zu spitzen Schreien vor Lust- dann aber auch so leise, so fein, so langsam, das etwas wuchs und wuchs und es lief und lief und du hast es verteilt zwischen mir und deiner steilen Erregung, die ich fest mit meinen Fingern umfangen hielt und dann, mit Macht, an mich riss…
ich will deine Geilheit
Und nun? Du suchst, du findest. Sei leise, sei sanft, es ist so lange her, so lange, und die Schatten werden dunkler und dunkler, ich zittere und ich spüre dein Zittern, dein jetzt kraftvolles Suchen und ich nehme dich an mich, deine Steifheit, ich mache sie noch härter mit meiner Hand, mit meinem Mund, mit meiner Zungenspitze, oh, oh, nun komm, du hast es gefunden, nun komm, komm…
ich will deine Wildheit
Tu es sehr, tu es hart, zögere nicht, ich will es jetzt so stark, so kraftvoll, wie es manchmal früher war, so ganz und gar, ich will schreien, ich will toben, ich will, ich will,
ich will mich mit dir verlieren…
ich will dich in mir verlieren…
Sei wieder mein und lass mich wieder dein sein…
Sieh, der Mond ist nun ganz verschwunden, die Schatten wandern durch uns hindurch. Lange, lange liegen wir umschlungen, wir, du und ich, ich und du.

Die Nacht vergeht, zerfließt, und
langsam wird es Tag. Ein heller Tag mit glücklichen Augen…

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