Männertausch
Von
Schachspieler
Mittwoch 17.03.2021, 09:39
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Meiner Freundin ging es gut! Die Eigentumswohnung mit guter Einrichtung, alles bezahlt, der neue Kleinwagen auch, dazu die gute Anstellung als Chefsekretärin eines großen Unternehmens. Mich hatte gerade eine Freundin verlassen und ich verdrängte diese schmerzliche Niederlage mit der äußersten Hingabe zu meiner jetzigen, 12 Jahre älteren Freundin. Dass diese nur eine arme Kirchenmaus war, im Verhältnis zu den finanziellen Möglichkeiten ihrer Freundinnen, sollte ich bald merken. Ich war in mir ungewohnte Kreise geraten. Bei der ersten Party in einer großen Villa, begrüßte mich die Gastgeberin mit großer Herzlichkeit und einer Besonderheit. Als sie ihre Hand aus meiner zog, wischte ihr angewinkelter Mittelfinger sanft durch meine Handinnenfläche. Ich zuckte zusammen, wohl eine von ihr erwartete Reaktion, sie lächelte und wandte sich anderen Gästen zu. "Das macht sie bei jedem Mann", flüsterte mir meine Freundin ins Ohr. Erst später fiel mir auf, dass alle anwesenden Damen, selbst meist nicht mehr ganz jung, einen jüngeren, teilweise erheblichen jüngeren, Mann an ihrer Seite hatten. Ich war also mit meiner Freundin keine Ausnahme, nur mit 39 und 27 Jahren die jüngsten Gäste. So richtig wohl fühlte ich mich in dieser Umgebung nicht. Zu auffällig wurde ich als Neuer meiner Freundin begutachtet, zu wenig diskret. Das Bedürfnis der Gastgeberin nach Kultur hätte mich fast meine Hörfähigkeit gekostet. Ich meinte, mir platzt das Trommelfell, als eine Opernsängerin ohne jede Vorwarnung in den zwar großen, aber für diesen Zweck ungeeigneten Wohnräumen ihre Sangeskunst präsentierte. Was mich an dem Abend aber besonders störte, war das Verhalten der Männer zu ihren älteren Partnerinnen. Aufmerksamkeit ist ja von den Damen erwünscht, mir schien aber schon Unterwürfigkeit gegeben, hatten die alle einen Porsche geschenkt bekommen? Sie waren alle wohl ausschließlich zur Freude ihrer Partnerinnen anwesend. Stolz waren die Damen, je artiger, gehorsamer, aufmerksamer, Berührung hier, Berührung da, ihre Partner waren. Nun ja, auch dieser Abend ging zu Ende und die Fortsetzung kannte ich ja noch nicht. Einige Tage später sagte mir meine Freundin, dass eine ihrer Freundinnen ein Problem hätte und ob ich nicht mal auf die Schnelle als starker Mann bei ihr vorbeifahren könnte, der Partner wäre auf Geschäftsreise. Machte ich natürlich und landete ziemlich schnell im Schlafzimmer der Dame. Eigentlich eine ganz schöne Zweisamkeit, wenn mir auch etwas die spontane Begeisterung der Dame fehlte, relativ kühl leitete sie die intime Begegnung, so als würde sie im Kopf schon die Einzelheiten für ein späteres Protokoll speichern. Wie sollte ich ahnen, dass eine spätere Berichterstattung unter den Freundinnen nach einem Männertausch durchaus üblich war? Nach meinem Orgasmus überfiel mich eine bekannte postkoitale Traurigkeit, die bei der älteren Dame Heiterkeit hervorrief. "Gewissensbisse?", fragte sie lachend, "deine Freundin weiß doch, was hier passiert, beziehungsweise passierte". "Da wirst du in Zukunft noch mehrmals Gelegenheit haben, solche blöden Gefühle zu bedauern!"
Relativ schnell war ich weg und fuhr in meine Wohnung, die ich noch nicht aufgegeben hatte. Die paar Klamotten bei meiner Freundin konnte ich verschmerzen!