Hochzeit im Paradies 1/2
Von
speedygonzalez
Mittwoch 19.10.2022, 10:31
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speedygonzalez
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"Wann, sagte Astrid, dass sie kommen wollte?"
Meine junge Braut fragte über den Frühstückstisch hinweg. Rosig sah sie aus, ich wäre am liebsten aufgestanden und hätte sie in die Arme genommen. Wir liebten uns, wirklich, wir liebten uns und nach der turbulenten Hochzeitsnacht hätte ich angenommen, dass wir etwas Ruhe brauchen würden.
Doch ihre Frage, so harmlos sie auch klang, nein, das war sie nicht. Beide er-innerten wir uns, wie wir uns kennen gelernt hatten, oder näher kennen gelernt hatten. Astrid war ihre Tante, eine recht junge Tante, kaum sieben Jahre älter als sie. Ihre besondere Rolle hatte sie beim Nachhilfeunterricht in Latein ge-spielt, den Elvira genommen hatte. Bei dieser Nachhilfe hatte die liebe wohl-behütete Elvira ihre Unschuld verloren. Eine Nachhilfe per excelence, wenn man so sagen darf.
"Ich glaube heute Nachmittag."
Elvira schaute mich an, den Blick kannte ich schon. Lust lag darin, schiere Lust auf mich, ihren Mann, den sie ja nicht erst gestern in der Hochzeitsnacht zum 1. Mal erkannt hatte, wie die Bibel es nennt. Legal diesmal.
Meine Erinnerung ging zurück, an die Nachhilfe in Latein, die ihr Vater, Direktor des örtlichen Gymnasiums, ihr verordnet hatte. Den sollte ich ihr während der Ferien geben und als Anstandswau¬wau sollte Astrid, Muttis jüngste Schwester fungieren, während die Eltern in Urlaub fuhren. Ordnung muss sein. Oh, oh, da hatten die besorgten Eltern aber den Bock zum Gärtner gemacht. Astrid war an Elviras Unschuld weniger interessiert, als an meiner und der eigenen. Sie reizte mich bis zur spektakulären Kapitulation. Von Elvira, dem Unschuldskind, wie ihre Eltern meinten, heimlich und höchst anschaulich durch ein Küchenfenster fotografiert. Nach längerem Hin und Her gab es dann eine Einigung: Film und Fotos gegen Mitmachen.
Weiteres kann unter dem Titel "Wohlbehütet" nachgelesen werden.
Braun gebrannt und gut erholt sah sie aus, Tante Astrid, auch wenn wir beide sie nicht so nannten. Nach unseren gemeinsamen frivolen Freiübungen waren wir längst über alle Förmlichkeiten hinweg. Doch ihr Versprechen, uns auf un-serer Hochzeitsreise zu besuchen, hatte sie eingehalten. Schon ihr harmloses Gesicht, als sie uns das bei der Hochzeit mitteilte, löste in mir fast einen Auf-stand aus. Meiner Braut Elvi, als sie mich dabei ansah, konnte ich ihre Freude auf die besonderen Genüsse, gleichfalls ansehen. Ihre Gedanken gingen wohl auch zu diesem Nachhilfeunterricht zurück, leichte Röte auf den Wangen verriet sie.
Und nun stand sie freudestrahlend im Eingang unserer Suite.
"Mönsch, Astrid, herzlich willkommen."
Elvi sprang ihr gleich an den Hals und konnte sich kaum beruhigen. Ich schob die beiden schließlich ganz herein und schloss die Tür. Gut sah sie aus. Frau Dr. Dr. habil. Schambein, so nannte ich sie, wenn wir mal gelegentlich alleine miteinander waren. Sie kicherte immer, wenn sie es hörte. Nachdem sie ihre Utensilien untergebracht hatte, gingen wir hinunter ins Cafe. Das Erzählen konnte ich ruhig den beiden überlassen.
Während wir uns die delikaten Köstlichkeiten schmecken ließen, ging Astrids Blick immer wieder zu einem Bild an der Wand, ein Druck von Rodins "Der Kuss".
"Wie viel Jahre ist das jetzt her, Elvi, na, du weißt schon ...?" Elvi nippte an ihrem Kaffee. "Wenn Du unser besseres Kennenlernen meinst, dann hast Du grade an deiner Doktorarbeit geschrieben und ich mich durch intensives La-teinbüffeln auf das Abi vorbereitet. Also vor 5 Jahren. Aber das Lateinbüffeln mit uns dürfte Dir doch kaum entfallen sein, oder haben inzwischen so viele Doktoranden an dir herumgebastelt, mit Dir gebüffelt?"
Offene Ansagen, wie diese kannten wir beide schon von unserer Elvi. Hatte sie uns damals schon mit überrascht. Astrid lächelte und ließ uns im Dunklen. "Nein, das nicht ..." sie zögerte und sah zu dem Bild hinüber, " ... aber das Bild von der Skulptur hier an der Wand ist schon gekonnt, ich meine die Skulptur, wie auch die Fotografie." Sie betonte die Fotografie besonders. Ihr Blick ging wieder und wieder zwischen Elvi und dem Bild hin und her.
"Ich hätte nicht übel Lust, diese Pose mit Euch beiden nachzustellen, sozu-sagen als Hochzeitsgeschenk." Verblüfft sahen wir sie an. Vielsagend lächelte Astrid. "Ich kenn Euch beiden doch, ihr hättet auch nicht übel Lust, genau so etwas mit mir zu machen." Mich fixierte sie besonders. "Und wenn ich an unse-ren Gerd denke, dann kann ich mir vorstellen, dass er jetzt schon heftige Auf-wallungen verspürt. Oder wie nennt man heute das in der Hose? Das konnte er damals schon nicht verheimlichen. Mein Gott, was hat mich das angemacht, zu sehen, wie er mich immer heimlich fixiert hat und dabei immer dicker wurde."
Elvi sekundierte spitzbübisch grinsend. "Ich doch auch und durfte mir nichts anmerken lassen, wohlbehütet, wie ich war. Doch, Astrid, Du hast Dich damals sehr dezent und überaus gekonnt in Szene gesetzt."
Wir mussten laut auflachen.
Dann verzogen wir uns lieber in unsere Suite, im Hotel musste man nicht unbe-dingt auf uns aufmerksam werden.
"Habt Ihr was dagegen, wenn ich mich eben dusche? Der Verkehr auf der Her-fahrt war nicht grade ein Zuckerschlecken." "Verkehr auf der Straße ist seltener ein Zuckerschlecken, es sei denn auf dem Rücksitz!" "Überhaupt nicht, Rein-lichkeit ist doch so wichtig - gehen wir eben zusammen." Es ging schon los mit den Zweideutigkeiten, wir mussten alle grinsen.
Die Dusche war groß genug für uns alle, auch wenn es etwas eng wurde. An meinem Dabeisein rieben die beiden sich besonders. Muss man halt mit leben. Anziehen brauchten wir uns nicht, denn bei der Skulptur von Rodin waren die beiden auch nackt. Astrid schloss sich uns an und es war schon erhebend, die beiden Frauen im Evaskostüm um mich herum zu sehen.
Astrid schob einen Sessel so ins Licht, wie sie meinte und ließ uns darauf Platz nehmen. Entsprechend Vorgaben der Skulptur hing Elvi mehr in meinen Armen, ihren Arm um meinen Hals geschlungen und meine Hand lag auf ihrem Oberschenkel.
Fortsetzung demnächst in diesem Theater