24 Stunden Sommer-Erotik
Von
Woschof
Donnerstag 19.08.2021, 12:22
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
Woschof
Donnerstag 19.08.2021, 12:22
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Eine Replik zu einem Kommentar an anderer Stelle.
Diesen Menschen stelle ich der Einfachheit halber mal als Frau vor:
"Ein schöner sonniger Sommer Morgen, ich ging zum Bäcker um Croissants zu holen, renne an der Tür in SIE rein, so dass ihre Mohnbrötchen unter unsere Füße gerieten.
Sie schaut mich mit gerunzelter Stirn und zusammen gezogenen Augenbrauen unwirsch fragend an, so als wolle sie sagen 'Was bist du denn für ein Tölpel?' oder in der zeitgemäßeren Version 'Geht's noch??' oder so ähnlich.
Das war der erste Augenblick der 24 Stunden in dem mich ihre strahlende Erotik attakierte.
Es gelang mir, sie zu einem Kaffee und einem meiner Croissants am Stehtisch vor der Bäckerei zu überreden.
Ihre Stirn hatte sich inzwischen geglättet und einige Lachfältchen um ihre Mundwinkel entspannten die Situation und ließen den 'Unfall' im Hintergrund verschwinden.
Sie sah attraktiv aus und je länger das Gespräch dauerte, desto klarer kam ihre Attraktivität auch in ihrer Persönlichkeit zum Ausdruck.
Der Tag erwies sich für uns beide als ein Freitag.
Das Gespräch weitete sich in der Thematik und der Zeit erheblich aus, so dass wir uns gezwungen sahen, das Mittagessen durch ein Picknick im Park zu ersetzen.
Auch der Tagesrest reichte nicht aus, das Bedürfnis nach mehr (kennen lernen) zu stillen.
So war es nur folgerichtig, dass wir nach einem opulenten Abendessen an der Pommesbude (oder war es doch ein Döner?) nach Hause gingen, ohne Händchenhalten aber doch in spürbarer Nähe zueinander.
Die Frage "nach dir oder nach mir?" stellte sich nicht, der Weg führte zielstrebig zur nächsten Wohnung.
Den ganzen Tag über war die Erotik präsent, mal als Antreiber, mal verzögernd. Immer blieb eine respektvolle Distanz spürbar.
Wir sind nicht über uns hergefallen.
Anderthalb Flaschen Rotwein erleichterten uns die Übereinkunft, über Nacht beisammen zu bleiben.
Das Bett war so breit (mit zwei Zudecken), dass die respektvolle Distanz gewahrt bleiben konnte, ohne aber als wirkliche Grenze für vorsichtige Tast-Kontakte zu wirken.
Nein, wir hatten keinen Sex im profanen Sinne, es gab aber eine intensive sexuelle Erotik bis zum Einschlafen.
Selbst während der Nacht, als ich gezwungenermaßen einem meinem Alter entsprechenden Bedürfnis nachkommen musste, lag sie da, entspannt schlafend, mit unordentlichem Haar, ein Ausbund an Erotik!
Ich saß schon auf der Bettkante am Morgen, als sie blinzelnd, mit zerzaustem Haar und leicht zerknittertem Gesichtsausdruck fragte: „Frühstück?“, war das ein Moment purer Erotik. Ich nickte und lud sie ein.
Wir gingen den Weg gemeinsam, zeitweise händchenhaltend, zum Bäcker, holten uns Croissants und Mohnbrötchen und genossen den ruhigen Morgen an einem Stehtisch vor der Bäckerei bei einem duftenden Kaffee.“
Gesetzt, das ist ein Tatbestand.
Für mich ist das ein durch und durch erotisches Szenario, ohne Planung, ohne Absichten. Realistisch, wenn auch etwas einfach gestrickt, dennoch: es geschieht einfach. Dazu braucht es keinen Verstand oder organisierende Gedanken.
Erotik ist ein Ereignis, das stattfindet oder nicht stattfindet. Es erfordert mindestens zwei Personen (Objekte). Zwischen den Beiden findet Erotik genau dann statt, wenn mindestens einer von Beiden diese Empfindung hat. Der jeweils andere muss dabei nicht die gleiche Empfindung haben.
Erotik kann ich nicht für mich selbst planen, mir vornehmen, organisieren oder willkürlich erzeugen. Bestenfalls kann ich mich in Situationen begeben in denen ich die Erwartung haben kann, dass sie geschieht.
Um Erotik zu empfinden muss ich mir keine Gedanken machen oder mich bewusst fragen: 'ist das jetzt Erotik?', sie geschieht einfach ohne persönliches Zutun, nur durch hinschauen, zuhören, fühlen und was da sonst noch an Wahrnehmungsmöglichkeiten in Frage kommt.
Natürlich kann ich mir bewusst machen, dass ich gerade Erotik erlebe, aber das ist keine Voraussetzung für das Erlebnis selbst.
Erst wenn ich mich auf irgendeine Weise darüber mitteilen will, setzt der Verstand ein (oder sollte es).
Nun zu der Burleske-Tänzerin (oder einem ähnlichen Beruf), die ihre erotische Ausstrahlung durch harte Arbeit vervollkommnet hat.
Es ist sicher nicht auszuschließen, dass sie bei ihrer Arbeit selbst auch erotische Empfindungen haben kann, ich vermute aber eher, dass es ihr im besten Fall Spaß macht, ihre Wirkung auf andere zu beobachten und zu erleben durch die sie Bestätigung, Anerkennung und Befriedigung empfinden kann.
Sie erzeugt Situationen, in denen primär andere erotische Empfindungen haben.