UNDINE - ZUEIGNUNG
Von
egalis
Freitag 23.07.2021, 11:47
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egalis
Freitag 23.07.2021, 11:47
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UNDINE, liebes Bildchen du,
Seit ich zuerst aus alten Kunden
Dein seltsam Leuchten aufgefunden,
Wie sangest du oft mein Herz in Ruh!
WIE schmiegtest du dich an mich lind,
Und wolltest alle deine Klagen
Ganz sacht nur in das Ohr mir sagen,
Ein halb verwöhnt, halb scheues Kind.
DOCH meine Zither tönte nach
Aus ihrer goldbezognen Pforte
Jedwedes deiner leisen Worte,
Bis fern man davon hört´ und sprach.
UND manch ein Herz gewann dich lieb,
Trotz deinem launisch dunklen Wesen,
Und viele mochten gerne lesen
Ein Büchlein, das von dir ich schrieb.
HEUT wollen sie nun allzumal
Die Kunde wiederum vernehmen.
Darfst dich, Undinchen, gar nicht schämen;
Nein tritt vertraulich in den Saal.
GRÜß sittig jeden edlen Herrn,
Doch grüß vor allem mit Vertrauen
Die lieben, schönen deutschen Frauen;
Ich weiß, die haben dich recht gern.
UND fragt dann eine wohl nach mir,
So sprich: "Er ist ein treuer Ritter,
Und dient den Fraun mit Schwert und Zither
Bei Tanz und Mahl, Fest und Turnier."
Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué
*12. Februar 1777 in Brandenburg an der Havel
+ 23. Januar 1843 in Berlin
entstammt einer altadligen französischen Hugenottenfamilie aus Brandenburg an der Havel
1811 schrieb er die Erzählung "Undine"