Teutsch
Von
Fiddigeigei
Donnerstag 05.08.2021, 08:15 – geändert Donnerstag 05.08.2021, 08:18
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Fiddigeigei
Donnerstag 05.08.2021, 08:15 – geändert Donnerstag 05.08.2021, 08:18
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Sprachverderbnis
Was war denn da los im Teutschenlande im 17.Jahrhunder?
Johannes Michael Moscherosch 1601-1669 hat sich jedenfalls an der Verhonepiebelung der Teutschensprache gerieben.
Was würde er wohl heute zu unserem Wortgewirr und gar zur Jugendsprache dichten?
Viel hat sich nicht geänder zwischen 1601 und 2021
Fast jeder Schneider
will jetzt und leider
Der Sprach erfahren sein
und redt Latein,
Welsch und Französisch,
halb Japonesisch,
wann er ist doll und voll
der grobe Knoll.
Der Knecht Matthies
spricht: bonae dies,
wann er guten Morgen sagt
und grüßt die Magd;
die wendt den Kragen,
tut ihm Dank sagen,
spricht: Deo gratias,
Herr Hippocras.
Ihr böse Teutschen,
man sollt euch peutschen,
daß ihr die Muttersprach
so wenig acht.
Ihr liebe Herren,
das heißt nicht mehren,
die Sprach verkehren
und zerstören.
Ihr tut alles mischen
mit faulen Fischen,
Und macht ein Misch-Gewäsch,
ein wüste Wäsch,
ich muß es sagen,
mit Unmut klagen,
ein faulen Hafen Käs,
ein seltzams Gfräß.
Wir hans verstanden
mit Spott und Schanden,
wie man die Sprach verkehrt
und ganz zerstört.
Ihr böse Teutschen,
man sollt euch peutschen.
In unserm Vatterland;
pfui dich, der Schand!
Johann Michael Moscherosch
.
Gefunden habe ich Herrn Moscherosch in einem dicken Gedichtband „Deutsche Gedichte“ Herausgeber Inselverlag/Ffm. 1982. 2 Bände. Geschenk unseres Sohnes 1983 an meine Frau.