Sommernachtstraum
Von
Fiddigeigei
Montag 27.09.2021, 07:52 – geändert Montag 27.09.2021, 07:53
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Bild "Mondprinzessin"
Ein guter Freund von mir lud mich für ein paar Tage zu sich auf sein kleines Landhaus ein, welches in einer verschwiegenen und einsamen Ecke unseres Landes liegt.
Er würde sich sehr freuen- schrieb er mir, wenn ich ihn besuchen käme und er mit mir einen Gedankenaustausch über das, was zwischenzeitlich alles geschehen sei und aber über Gott und Welt zu plaudern.
Da ich Zeit hatte und er mein bester Freund war, sagte ich sofort zu und packte meine Reisetasche.
Da die Tage sehr heiß waren , setzten wir uns erst bei beginnender Nacht auf die Terrasse und genossen die Abendkühle bei einer guten Flasche einfachen aber schmackhaften Landwein aus der dortigen Gegend.
Als der Silbermond mit seinen Schein den Wein in unseren Gläser zum Leuchten brachte, die Abendkühle uns aufatmen liess und der Wein noch darauf wartete getrunken zu werden, begann mein Freund mir eine Geschichte zu erzählen, um die er ein Geheimnis machte und erst damit begann als ich ihn bedrängte nun doch sich auszusprechen.
Fast stockend berichtete er über eine Nacht die er wohl nicht so schnell vergessen werde und so begann er:
Es war heisser wie heute gewesen und die Nacht war so mit der Hitze des Tages aufgeladen, dass es keine Abkühlung gab .
An jenem schwülen Abend, dachte ich noch einen Spaziergang zu machen, denn an Schlafen war nicht zu denken.
Mein Weg führte über nachtduftenden Sommerwiesen aber der Mond, der mir leuchten sollte versteckte sich hinter Wolken und brachte nur wenig Licht.
Glühwürmchen umflogen mich und aus dem Wiesengrunde hervor spielten zahlreiche Grillen auf ihren Instrumenten.
Mein Weg führte mich zu einem kleinen Gewässer hin, welches umstanden von Erlen und manigfaltigen Hecken und Buschwerk, den ich schon oft am Tage besucht habe.
Wie ich dort angekommen war kam mein bist jetzt unsichtbarer Begleiter aus seinem Wolkenversteck hervor und legte einen silbernen Schein auf den Teich.
Es war so wunderbar anzuschauen und über dem Wasser bildete sich ein leichter Nebelschleier , so legte ich mich in das weiche Gras um den zauberhaften Anblick zu geniessen.
Dabei muss ich wohl eingeschlafen sein und begann lebhaft zu träumen. Der Schleier über dem Wasser begann sich in meinem Traum auf und ab zu bewegen und aus dem zarten Nebelgebilde formten sich feenhafte Gestalten, die sich bei den Händen nahmen und zusammen eine Tanzkreis bildeten.
Plötzlich öffnete sich in der Mitte das Wasser eine Fontaine , aus der eine überirdische Schönheit entstieg. Sie war ganz in weisse Schleier gehüllt und schwebte auf mich zu.
Sie setzte sich neben mich und weiche Arme schlossen mich ein.
Dann muss ich die Besinnung ganz verloren haben.
Als mich die Morgenkühle erwachen liess, war alles vorbei und ich war alleine aber ich hatte mit der Unbekannten eine Nacht erlebt, wie ich sie noch nie in meinem Leben erleben durfte.
In der folgenden Nacht erhoffte ich, Sie wider zu treffen aber ich wartete vergeblich und so ging es mir in vielen weiteren Nächten des Wartens eben so.
Da sassen wir nun beide wortlos vor unseren Gläsern. Die Flasche wurde leer und wir gingen, jeder seinen Gedanken nachhängend, schlafen.
Ich hatte mir vorgenommen von diesem Teich wenigstens zu träumen und vor allem von der Frau im Schleier aber der Wein war stärker.
Joseph von Eichendorff, "Mondnacht" [1837]
Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
Vertont von Robert Schumann