Rückblick von Theodor Fontane
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Feierabend-Mitglied
Montag 29.03.2021, 22:46
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Gemälde von Carl Breitbach 1883
Es geht zu End’, und ich blicke zurück.
Wie war mein Leben? wie war mein Glück?
Ich saß und machte meine Schuh’;
Unter Lob und Tadel sah man mir zu.
„Du dichtest, das ist das Wichtigste…“
„‚Du dichtest, das ist das Nichtigste.‘“
„Wenn Dichtung uns nicht zum Himmel trüge…“
„‚Phantastereien, Unsinn, Lüge.‘“
„Göttlicher Funke, Prometheusfeuer…“
„‚Zirpende Grille, leere Scheuer.‘“
Von hundert geliebt, von tausend mißacht’t,
So hab’ ich meine Tage verbracht.
1892 erkrankte Fontane an einer Gehirnischämie, worauf ihm der Arzt riet, seine Kindheitserinnerungen aufzuschreiben. Auch entstanden in der Zeit einige seiner wundervollsten Werke, wie zum Beispiel Effi Briest
1895 schreibt Theodor Fontane dieses Gedicht. Er blickt auf 46 Jahre als Schriftsteller zurück und zieht Bilanz zum Stellenwert seiner Dichtungen, für die einen wichtig und für die anderen Unsinn. So kommt er zu dem Schluss,dass er wohl von weniger Menschen geliebt wurde als missachtet.
Wie traurig, ich mag seine Werke.Aber wie meistens im Leben man kann es nicht jedem recht machen.