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"Oktoberlied" von Theodor Storm

Von Feierabend-Mitglied Dienstag 14.09.2021, 11:40

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich.

Und wimmert auch einmal das Herz -
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissen´s doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub,
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst, doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!


Wir haben zwar erst September, aber anlässlich des Geburtstages von Theodor Storm (14.9.1817) genießen wir schon mal den goldenen Oktober.

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