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Mandelbäume Träume

Von Fiddigeigei Mittwoch 16.06.2021, 08:23

Das Zeichen Freunde,
dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?
Dass das Leben nicht verging, so viel Blut auch schreit,
achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.
Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht.
Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt,
das bleibt mir ein Fingerzeig für des Lebens Sieg.

1942 schrieb dies Schalom Ben-Chorin. Auf den Massenmord der Nazis an seinem Volke.

Da ich lange in Spanien unter und mit Mandelbäumen leben durfte, habe ich ein Märchen über den Mandelbaum geschrieben.


Das Märchen vom Mandelbaum

Der Schöpfer unserer Welt und Herr des Universums setzte sich auf seinen Aussichtsplatz um dass neuestes Werk, den Planeten Erde, in Ruhe zu betrachten.
Er freute sich am Gelb der Wüsten, dem Blau der Meere, dem Grau der Gebirge und dem vielfältigen Grün der Wälder und Grassteppen. Am meisten erfreute IHN aber das strahlende Weiß der Schneelandschaften.
Der Erde zum Gedeih hatte ER Planeten, die wir Sonne und Mond nennen zugeordnet, damit es Tag und Nacht werden konnte und verschieden Jahreszeiten und Temperatur für Abwechslung sorgen. ER wollte, dass wir Menschen eine gute Chance haben sollten zu überleben.

Gerade hatte ER es sich so recht gemütlich gemacht, als er beim Drehen des Erdballes mit Schrecken sah, dass sein besonderer Stolz, das Schneeweiß nicht überall auf der Erde verbreitet war.
Die Sonne hatte die Schuld! Sie war es die in manchen Gegenden durch ihre Umlaufbahn Schnee nicht duldete.
Der Schöpfer runzelte die Stirne und zog sich zum Nachdenken in sein Labor zurück.
In nur einigen Millionen Jahren fand er eine göttliche Lösung:
Ein Baum, ja ein Baum sollte es sein, der mit seiner reinen weißen Blüte, dem Schnee ähnlich leuchten konnte.
Und der große Unergründliche dachte noch weiter: Ich muss den Menschen diesen Baum durch Früchte besonders schmackhaft machen, so werden sie bestrebt sein ihn schnell zu verbreiten.
So setzte er den ersten Baum, in eine Gegend, die die Menschen Asien nennen und die Leute als besonders fleißig gelten.
Die Bewohner dort freuten sich über den schneeweißen Frühlingsboten und da die Früchte die Form der schönen Augen ihrer Frauen, die die Dichter als Mandelaugen besangen, ähnlich waren, nannten sie sie Mandeln.
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Nach Spanien kamen die Mandelbäume durch die Mauren und auch ihre Dichter lobten und besangen die Schönheit dieses Baumes zum Dank für das Geschenk des Allmächtigen.

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