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Leichter Sinn – E. Geibel

Von Feierabend-Mitglied Dienstag 22.06.2021, 11:53 – geändert Dienstag 22.06.2021, 12:03

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Und wie wär' es nicht zu tragen,
dieses Leben in der Welt?
Täglich wechseln Lust und Plagen,
was betrübt und was gefällt.
Schlägt die Zeit dir manche Wunde,
manche Freude bringt ihr Lauf;
aber eine sel'ge Stunde
wiegt ein Jahr von Schmerzen auf.

Wisse nur das Glück zu fassen,

wenn es lächelnd dir sich beut!
In der Brust und auf den Gassen

such es morgen, such es heut.
Doch bedrängt in deinem Kreise

dich ein flüchtig Mißgeschick,
lächle leise, hoffe weise

auf den nächsten Augenblick.

Nur kein müßig Schmerzbehagen!
Nur kein weichlich Selbstverzeihn!

Kommen Grillen, dich zu plagen,

wiege sie mit Liedern ein.

Froh und ernst, doch immer heiter
leite dich die Poesie,

und die Welle trägt dich weiter,
und du weißt es selbst nicht wie.

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