Ein Veilchen
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Feierabend-Mitglied
Donnerstag 10.06.2021, 13:09
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Wenn ich Veilchen sehe und man sieht sie wieder viel mehr als noch vor Jahren, muss ich immer an meine Kindheit denken.
Wir waren im Krieg evakuiert im Bergischen Land bei einer Bauernfamilie die wunderschöne Wiesen hatte durch die ein kleiner Bach floss an dem ich mit den Kindern des Dorfes spielte. Wir Mädchen flochten uns aus den Wiesenblumen Kränze und so manches Veilchen wurde obwohl es schwer war mit verarbeitet, sie waren so klein und zart. Eine schöne unbeschwerte Zeit trotz Krieg.
Heute bin ich stolz darauf das ich an verschiedenen Stellen im Garten im zeitigen Frühjahr wieder Veilchen entdeckt habe.
Ein Veilchen
Ein Veilchen auf der Wiese stand
Gebückt in sich und unbekannt
Es war ein herzig's Veilchen…
Da kam eine junge Schäferin
Mit leichtem Schritt und munterm Sinn
Daher, daher
Die Wiese her, und sang
Ach, denkt das Veilchen, wär' ich nur
Die schönste Blume der Natur
Ach, nur ein kleines Weilchen
Bis mich das Liebchen abgepflückt
Und an dem Busen matt gedrückt!
Ach nur, ach nur
Ein Viertelstündchen lang!
Ach, aber ach, das Mädchen kam
Und nicht in acht das Veilchen nahm
Ertrat das arme Veilchen
Es sank und starb
Und freut' sich noch
Und sterb' ich denn, so sterb' ich doch
Durch sie, durch sie
Zu ihren Füßen doch
Das arme Veilchen
Es war ein herzigs Veilchen!
Goethe
Goethe beschreibt hier ein Veilchen das sich wünscht von einer Schäferin gepflückt zu werden, aber die Schäferin sieht es nicht und zertritt es, dennoch freut sich das Veilchen von ihr zu Tode zu kommen.
Hans Kuhn bezeichnet das Gedicht als masochistisches Gegenstück von Goethes Heidenröslein, das sich wehrt und sticht, als man es bricht.