Der Fremdling
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Feierabend-Mitglied
Mittwoch 14.04.2021, 08:51
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Eigenes Foto - Großglockner Kärnten
Ich komme vom Gebirge her,
es dampft das Tal, es rauscht das Meer.
Ich wandle still, bin wenig froh,
und immer fragt der Seufzer: Wo?
Die Sonne dünkt mich hier so kalt,
die Blüte welk, das Leben alt,
und was sie reden, leerer Schall,
ich bin ein Fremdling überall.
Wo bist du, mein geliebtes Land,
gesucht, geahnt und nie gekannt?
Das Land, das Land so hoffnungsgrün,
das Land, wo meine Rosen blühn?
Wo meine Träume wandeln gehn,
wo meine Toten auferstehn;
das Land, das meine Sprache spricht,
oh Land, wo bist du?
Ich wandle still, bin wenig froh,
Und immer fragt der Seufzer: Wo?
Im Geisterhauch tönt’s mir zurück:
„Dort, wo du nicht bist, ist das Glück!“
Text: Georg Philipp Schmidt von Lübeck
Vertont: Franz Schubert - Für seine Vertonung versah Schubert das Gedicht allerdings mit dem Titel „Der Wanderer“. Er kürzte das Gedicht, nahm leichte Textänderungen vor und löste die Strophenstruktur auf.
Bei YouTube ist dieses wunderbare Lied zu hören. Einfach dort die Anfangszeile des Gedichtes eingeben. Die beste Aufnahme ist m.E. die mit Fischer-Dieskau und Gerald Moore.