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Bäche

Von Fiddigeigei Dienstag 03.08.2021, 10:09

Bäche

Schiller hat ein berühmtes Gedicht über den Bach verfasst.

Der Jüngling am Bache
An der Quelle saß der Knabe,
Blumen wand er sich zum Kranz,
und er sah sie fortgerissen,
treiben in der Wellen Tanz!
»Und so fliehen meine Tage
wie die Quelle rastlos hin!
Und so schwindet meine Jugend,
wie die Kränze schnell verblühn.
Fraget nicht, warum ich traure
in des Lebens Blütenzeit!
Alles reget sich und hoffet,
wenn der Frühling sich erneut.
Aber diese tausend Stimmen
der erwachenden Natur
wecken in dem tiefen Busen
mir den schweren Kummer nur.
Was kann mir die Freude frommen,
die der schöne Lenz mir beut?
Eine nur ist's, die ich suche,
sie ist nah und ewig weit.
Meine Arme breit ich sehnend
nach dem teuren Schattenbild,
ach, ich kann es nicht erfassen
und das Herz bleibt ungestillt!
Komm herab, du schöne Holde,
und verlaß dein stolzes Schloß!
Blumen, die der Lenz geboren,
schütt ich dir in deinen Schoß.
Horch, der Hain erschallt von Liedern,
und die Quelle rieselt klar.
Raum ist in der kleinsten Hütte
für ein glücklich liebend Paar.«
Friedrich Schiller
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Es regnet im Schwarzwald.
An den Steilhängen bleiben die Wolken, von ihren Schwestern aus den Vogesen geschickt; und regnen herab was nur geht. Sie versammeln sich in den unsichtbaren Quelltöpfen und sie reden darüber wo es die besten Rinnen gibt um hinab ins Tal zukommen. Immer mehr treffen zusammen. Genau in diesen Quelltöpfen ist ihr Versammlungsort. Von dort bereitet man sich vor auf den Marsch durch hohe Wälder, durch saftigen Wiesengrund, in die geheimnisvollen Urwälder der alten Bheinarme.
Beim Springen ins Tal überschlagen sie sich mit Purzlbäumen, wie kleine Lämmer, die im Frühling geboren wurden.
In unserem Tal versammeln sich so viele Bächlein und Bäche, dass es eine reine Freude ist. Viele kenne ich und besuche sie oft. Ich stehe dann an den verschlungenen Ufern und höre zu, was sie zu erzählen haben. Jeder Bach hat seine eigene Sprache, aber man muss Geduld haben und zuhören können. Und jeder Bach singt sein eigenes Lied. Ganz oben, wo sie herabstürzen, braussen sie und man kann sein eigenes Wort kaum verstehen. Weiter unten werden die Bächlein geruhsamer und plaudern sich gemütlich durch den Wiesengrund.
Bei uns fliessen alle Bäche entweder zum Grünen Vater Rhein oder zur Mutter Blauen Donau hin und auf ihren breiten Rücken reisen sie gut grtragen in die weite Welt hinaus.
Sie kommen nicht mehr zurück an ihren Geburtsort, haben uns für immer verlassen.

Es war am Bach

Ich wanderte den Bach entlang,
in Gedanken ganz verloren.
Auf meinem Pfad eine Nymphe stand
so schön, wie eben geboren.

Mein Freund, du siehst so traurig drein,
hast du das Leben denn verloren?
Fragt sie und nimmt mich in die Arme sanft
und ich, fühle mich beschützt, geborgen.

Geh nun mit mir du Wandersmann
du bist für diese Welt verloren
und lockt mit süsser Stimme eigen,
mit ihr ins nasse Grab zu gleiten.


Dort unten auf des Bachesgrund
fand ich die Stille vor der Welt,
nach der ich lange suchte,
die Nymphe hört ich nimmer mehr,
verstummt war all ihr Rufen.

Möchte zu meinem Bachgedicht bemerken, dass ich noch nicht des Lebens überdrüssig geworden bin und noch gerne ,etwas auf dieser doch verrückten Welt bleiben möchte.

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