Am Teich
Von
Fiddigeigei
11.07.2021, 11:44
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Fiddigeigei
11.07.2021, 11:44
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Fafnir und Isolde
Woher die Beiden kamen? Da fragt ihr mich was!.... Aber ich weiß es einfach nicht.
Eines Tages, es war vor vielen Jahren, sah ich in ein kleines Gewässer, welches sich am Rand unserem Garten befindet und dort an den Zaun des Nachbarn angrenzt.
Eigentlich findet es keine große Beachtung, ist normal ohne stolze Wasserbewohner wie Goldfische oder Kois.
Wie Vieles in dem kleinen Grundstück, welches an das Haus grenzt, wurde es als Stück Natur betrachtet und sich fast selbst überlassen. Über den kleinen Teich biegt sich eine sehr alte mächtige Kamelie, die es einfach nicht lassen kann, ihre müdgewordenen Blüten im Frühjahr in das Wasser unter sich fallen zulassen, als ob sie dort schwimmen lernen müßten. Das sieht sehr hübsch aus und erfreut uns.
Ansonsten blühen unbehelligt von scharfen Gartenscheren- elegante gelbe Schwertlilien, Froschlöffel, Rohrkolben und Pfeilkraut-.
Eine vom Nachbar gespendete Wassernuss, ging nach einem Jahr klang- und sanglos unter und eine mickerige Teichrose lebt nur ziemlich ungern hier.
Ein- oder zweimal kam eine Erdkröte, unkte traurig Tage und Nächte vor sich hin, aber niemals biss ein Kröterich an, obwohl wir sie persönlich ganz nett und attraktiv und ihre Stimmlage als angenehm empfanden. Aber ohne Mutterglück kann die schönste Erdkröte nicht leben.
Ganz anders dagegen eine riesige blaugrün schillernde Libelle, deren Leib mich immer an einen dieser Jumbo- Flugzeuge erinnert, kommt jedes Jahr und setzt ihre Eier ab. Daraus entwickeln sich gruselige Wasserkäfer grau und unscheinbar. Eines Tages sahen wir, dass sich diese seltsamen vielbeinigen Gesellen im Sommer an den Schilfblättern der Rohrkolben emporhangelnden, dort verharren, sich durch die eigene Kleidung fressen und dann, man mag es kaum glauben- als wunderbare blaugrüne Libellen herausschlüpfen. Sie falten ihre zarten elfengleichen Flügel aus und surren auf und davon. Die leere Hülle bleibt zurück am Schilfblatt hängen wie eine abgestoßenes Raketenteil.
Um aber meine Geschichte weiter zu erzählen; also ich saß so träumend vor dem Tümpel und auf einmal hörte ich ein leichtes Plätschern. Was war das? Und dann sah ich Fafnir und Isolde, die fleißig an der Wasseroberfläche Stechmückenlarven vertilgten. Es sind schöne Tiere diese Molche, der Rücken und der Kopf sind rabenschwarz, aber die Bauchseite feuergeflammt. Man muss sich ganz ruhig verhalten sonst husch- sind sie verschwunden.
Seit dieser Zeit und das sind viele Jahre her leben nun Fafnir und Isolde in dem kleinen Teichlein und sie scheinen sich bei uns sehr glücklich zu fühlen.
Woher ich das weiß?....... Ganz einfach, jedes Jahr gibt es eine Masse Kinderchen, alles kleine schwarze Teufelchen mit feuergeflammten Bäuchlein. Zu unserem Erstaunen wandern die aber alle weg, verlassen ihre Kinderstube- wohin-, ist uns unbekannt.
Treu bleiben aber immer Fafnir und Isolde bei uns- im dunklen Teich an der Gartengrenze.
Ein "großer" Teich war zugefroren;
Die Fröschlein, in der Tiefe verloren,
Durften nicht ferner quaken noch springen,
Versprachen sich aber, im halben Traum:
Fänden sie nur da oben Raum,
Wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
Nun ruderten sie und landeten stolz
Und saßen am Ufer weit und breit
Und quakten wie vor alter Zeit.
Johann Wolfgang von Goethe